Aktionsgruppe
Gabelhorster Wald
Kühler Stadtwald oder heißer Baugrund?
In der Kleinstadt Espelkamp im Kreis Minden-Lübbecke rodete man schon immer gerne Wald und Bäume in erheblichem Stil. Damit ist die 76 Jahre junge Stadt groß geworden - und der Wald verschwindend klein.
Der westlich der Kernstadt gelegene Gabelhorster Wald ist noch etwa 10 ha groß und eine in den letzten Jahrzehnten nahezu vergessene Waldinsel im städtischen Gebiet.
Nur einmal sollte er schon einem Bauprojekt weichen - doch dies konnte dank engagierter Bürgerinnen und Bürger und einer letztlich einsichtigen Politik verhindert werden!
Als größtes Relikt des ursprünglich ausgedehnten Waldes auf heutigem Stadtgebiet versorgt der Gabelhorster Wald Espelkamp mit guter Luft und moderaten Temperaturen - und das stabil und zuverlässig.
Er macht das Leben in heißen Sommern in der Stadt erträglicher. Denn er ist einer wenigen intakten Wälder in der Umgebung, der trotz der letzten heißen, trockenen Jahre gut und zuverlässig dasteht.
Nun soll der Wald durch einen Krankenhausneubau und dessen dazugehörige Infrastruktur vernichtet werden.
Das Krankenhaus wird zwar inzwischen auf dem Acker nebenan geplant. Jedoch soll der Wald trotzdem ausgelöscht werden, indem er für ein Parkhaus, Apotheke, Kindergarten, etc., für Wege und als "Patientenwald" herhalten soll!
Einzelnen Waldbäume, die stehen bleiben würden, sind kein Wald mehr, sind anfällig für Trockenheit und Hitze und dem baldigen Tod geweiht.
Zu besichtigen in Espelkamp im Boras-Park, auf dem Gelände der ehemaligen Ostlandschule, vorm Bahnhof... Dort sterben die übrig gebliebenen Bäume Jahr für Jahr in Trockenheit und Hitze mehr weg.
Es ist höchste Zeit, sich von der alten Tradition des Abholzens zu verabschieden und über eine klügere Umsetzung von Stadtentwicklung neu nachzudenken!
Espelkamp steht vor der Entscheidung: In Zeiten der schneller als gedacht zunehmenden Erderwärmung einen kühlenden, stabilen Wald in Innenstadtnähe weitsichtig zu bewahren - oder eine weitere sich aufheizende, entwaldete, bebaute Fläche zu schaffen.
Gesunde Wälder mit ihrem vielfachen Wert für den Menschen werden immer bedeutsamer und rarer - auch hier: in Espelkamp und im Kreis Minden-Lübbecke.
Statt weiterem Flächenverbrauch muss es vielmehr heißen: Entsiegelung von Flächen, mehr Schutzgebiete, Agroforst, und in den Städten MEHR Stadtgrün!